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Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz:

Spurensuche jüdischen Lebens in Laasphe

Bad Laasphe. Am 27. Januar 2017 jährte sich zum 72. Mal der Tag, an dem das Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde. Obwohl Schnee lag und die Temperaturen weiterhin frisch waren, ließen sic es einige Wittgensteiner und Hessen am Freitagnachmittag nicht nehmen, sich genau an diesem Gedenktag noch einmal auf die Spuren des jüdischen Lebens in Bad Laasphe zu begeben. Rainer Becker startete als Vorsitzender des Christliche-Jüdischen Freundeskreises Bad Laasphe mit seiner Gruppe, die der Einladung der Laaspher Tourismus-, Kur- und Stadtentwicklung-GmbH (TKS) gefolgt war. Eine Besucherin war sogar eigens aus Siegen gekommen: Pfarrerin Silke van Doorn hat die Synodalbeauftragung für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit des Wittgensteiner Kirchenkreises neuerdings inne, arbeitet deshalb jetzt auch im Vorstand des Laaspher Freundeskreises mit.

Die früheren Brandstifter kamen in Laasphe während der Pogromnacht 1938 nicht zum Zuge, weil die Synagoge hier zu dicht an den übrigen Gebäuden in der Altstadt stand. Die Spurensuche in Bad Laasphe startete jetzt an der ehemaligen Synagoge. Mit Erinnerungen in Form von alten Fotos und wahren Geschichten nahm Rainer Becker seine Zuhörer mit. Sie erfuhren etwas über die Historie der Juden in Laasphe und über ihren Alltag. Die nächste Station der Gruppe war das ehemalige Haus des letzten Laaspher Synagogengemeinde-Vorstehers Max Präger. Eine Straße in Bad Laasphe trägt inzwischen seine Namen und das Beispiel seiner Familie macht deutlich, dass Auschwitz zwar weit weg ist, aber trotzdem auch Teil unserer Wittgensteiner Heimatgeschichte ist.

Der Laaspher Jude Max Präger hatte sich im Ersten Weltkrieg für sein deutsches Vaterland die Füße erfroren, Orden und Ehrenzeichen bewahrten ihn zunächst vor der Deportation durch die Nazis, doch am Ende starb er wie ungezählte Andere in Auschwitz. Ein Faltblatt, das beim Verein für Christlich Jüdische Zusammenarbeit auf der Bad-Laasphe-Homepage herunterzuladen ist www.stadtbadlaasphe.de/rund-um-die-stadt/bildung-und-kultur/bad-laaspher-freundeskreis-fuer-christl-juedzusammenarbeit/verein.html – erinnert daran: „Am 27. Februar 1943 begleitet Max Präger seinen Sohn Herbert (20) und Rolf Goldschmidt (16) nach Dortmund. Die beiden jungen Juden werden von dort nach Auschwitz deportiert. Max Präger kehrt zunächst nach Laasphe zurück, muss aber am 17. Mai 1943 mit Ehefrau Johanna und den Töchtern Hannelore und Ursula seine Heimatstadt verlassen. Die letzte in Laasphe verbliebene jüdische Familie wird zunächst nach Theresienstadt deportiert und von dort nach Auschwitz. Herbert und Hannelore Präger überleben als einzige der Laaspher Deportationsopfer.“ Und da ist Auschwitz auf einmal ganz nahe. Auch in Wittgenstein. Auch in 2017.

An der ehemaligen Synagoge in der Laaspher Mauerstraße startete am Gedenktag zur Befreiung der Menschen im Vernichtungslager Auschwitz der Stadtrundgang der TKS auf den Spuren des Jüdischen Lebens in der Lahnstadt.
Heute erinnert ein Weg in Bad Laasphe an Max Präger. Der letzte Laaspher Synagogengemeinde Vorsteher starb in Auschwitz. Auf dem Rundgang auf den jüdischen Spuren in Laasphe nahmen die Teilnehmenden jetzt auch das ehemalige Haus Max Prägers in den Blick.

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