Jüdisches Leben in Laasphe

Um 1640
Mannus und Nathan sind die ersten jüdischen Einwohner. Sie zahlen Schutzgeld an den Grafen.
Um 1640
1721
Durch Zuzug vor allem aus Hessen leben sieben jüdische Familien in der Stadt. Es wird eine eigene Gemeindeordnung erstellt. Erstmals wird eine Synagoge erwähnt.
1721
1750
Die jüdische Gemeinde erhält ein Stück Land im „Kalteborn" zur Anlage eines eigenen Friedhofs, wofür sie Zahlungen an das Armenhaus leisten muss.
1750
1846
Der jüdische Bevölkerungsanteil liegt bei 7%. Metzger und Viehhändler im Ort waren zumeist Juden.
1846
1893
Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt stockt. Rassistische Agitatoren finden erstmals politisches Gehör. Der antisemitische Hofprediger Stoecker wird bereits 1881erstmalig im hiesigen Wahlkreis zum Reichstagsabgeordneten gewählt.
1893
1894 - 1932
Der Rassismus scheint gebannt, Antisemiten verlieren wieder schnell an Einfluss. Juden sind in den Vereinen, der Politik und dem Geschäftsleben voll integriert.
1894 - 1932
1933 - 1938
Nationalsozialistische Maßnahmen erschweren zunehmend das Leben jüdischer Bürger. Mehr als 50 von ihnen suchen bis 1941 ihre Rettung in der Flucht aus Laasphe ins Ausland.
1933 - 1938
09.11.1938
In der Pogromnacht herrscht Terror gegen die Juden in der Stadt. Die Angst bestimmt fortan das Verhältnis von Juden und Christen.
09.11.1938
1939 - 1942
Der Nazi-Terror wird immer zügelloser. Die Juden in der Stadt werden vollständig ausgegrenzt.
1939 - 1942
28.04. und 27.07.1942
Fast alle der noch in Laasphe lebenden Juden werden deportiert und später in den Vernichtungslagern ermordet. „Unbekannt verzogen" lautet der Vermerk in der Einwohnermeldeliste.
28.04. und 27.07.1942
17.05.1943
Mit den Angehörigen des Gemeindevorstehers Max Präger wird die letzte jüdische Familie über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert.
17.05.1943

Die Synagoge

1764 erwarben die Juden in der Mauerstraße 44 ein Gebäude, um hier eine Synagoge zu errichten. Von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde durch den Naziterror fanden hier auch die religiöse Unterweisung und die schulische Ausbildung statt. Das Obergeschoss diente als Wohnung für den jüdischen Lehrer. Jüdische Kinder, die die Mittelschule (Realschule) bzw. die Aufbauschule besucht hatten, wurden von den Nazis aus diesen Schulen verbannt. In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört und zusammen mit den Thorarollen vor dem Gebäude verbrannt. Die Synagoge selbst wurde allein wegen der Gefahr für die benachbarten Wohnhäuser nicht in Brand gesteckt. Nach der Pogromnacht wurde sie verkauft und das Gebäude als Schlosserei genutzt. 2019 erwarb der christlich-jüdische Freundeskreis die „Alte Synagoge“, um hier ein kulturelles Zentrum, einen Ort der Erinnerung und Begegnung mit einer Dauerausstellung für die Wittgensteiner Opfer der Nazi-Diktatur sowie einen Ort des Lernens und des Forschens einzurichten


Information für den Zugang zur Synagoge oder zum Friedhof: im Haus des Gastes (TKS), im Rathaus (Bürgerbüro) oder beim Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

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