Projekt Alte Synagoge

Erläuterungsentwurf

Was ist geplant mit der Alten Synagoge in Bad Laasphe

Mit Sanierung und dem Umbau sollen alle Ziele zur Nutzung des Gebäudes wie z.B. Ausstellung, Veranstaltung und Lernort erreicht werden. In dieser Erinnerungsstätte mit Raum für kulturelle Veranstaltungen wird somit an die jüdische Geschichte in Bad Laasphe, die Pogrom-Nacht von 1938, die damit einhergehenden Opfer aus Bad Laasphe und den Holocaust erinnert. An diesem Ort soll ein Beitrag zum historischen Verständnis sowie zum Abbau von Vorurteilen, Stigmatisierung, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt geleistet werden

Wie soll die Alte Synagoge genutzt werden?

2019 hat der Bad Laaspher Freundeskreis für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. (CJZ Bad Laasphe) das Gebäude der ehemaligen Synagoge in der Mauerstraße 44 in Bad Laasphe erworben. Die ehemalige Synagoge soll architektonisch umgestaltet werden mit dem Ziel, dass aus dem Gebäude ein Ort des Erinnerns und des Gedenkens wird. Sie soll aber auch ein Ort des gesellschaftspolitischen und des historischen Lernens, der gesellschaftlichen Begegnung, des interreligiösen Dialogs und des kulturellen Austausches werden.

In der Gedenkstätte soll eine Dauerausstellung an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Mitbürger und der anderen Opfer aus Wittgenstein erinnern. Damit wird das Andenken an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wachgehalten. Den Opfern wird dadurch ein Name und ein Gesicht gegeben. Sie setzt ein Zeichen gegen das Vergessen. Durch die Auseinandersetzung mit den gezeigten historischen Dokumenten soll unter anderem eine Sensibilisierung für aktuelle rassistische und antisemitische Tendenzen erreicht werden.

Das einzurichtende Archiv wird die geschichtlichen Dokumente von den jüdischen Mitbürger:innen und den anderen Opfer in Wittgenstein zentral zusammenfassen. Bisher von Einzelnen gesammelte und dokumentierte historische Zeugnisse bilden die Grundlage für die lokale Gedenkstätte, die es bisher in der Region nicht gibt.

Bei der Alten Synagoge handelt es sich um einen Ort, der für die lokalen geschichtlichen Ereignisse bedeutsam ist. Er ist deshalb besonders geeignet, als Lernort für die Schulen  und die Institutionen der Erwachsenenbildung in Wittgenstein zu fungieren. Er kann ein Ausgangspunkt für bildungspolitische Projekte und Initiativen sein. Das Aufsuchen dieses Lernortes ermöglicht eine andere Form des Lernens durch selbstgemachte Erfahrungen vor Ort. Durch die Auseinandersetzung mit den authentischen Zeugnissen  wird die Vorstellungskraft von Lernenden angeregt und gefördert, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren. Sie zielt darauf ab, eine Einstellung und Haltung zu erwerben, die von Empathie, demokratischer Autonomie und Selbstreflexion bestimmt ist.

Der Verein will seine Ziele in enger Zusammenarbeit mit den Institutionen und den Organisationen vor Ort verwirklichen. Der Satzungszweck, das Andenken an die jüdischen Mitbürger wachzuhalten und das Verständnis für das Judentum zu entwickeln, wird mit der Nutzung des Gebäudes in besonderer Weise erfüllt. Deshalb ist dieser Ort, ein Platz der Begegnung und der Kommunikation für alle Alters- und Glaubensgruppen. Weiter kann er als ein interreligiöses und interkulturelles Forum dienen, indem Integrations- und Verständigungsarbeit geleistet wird. Diese Formen des dialogischen Zusammenarbeitens geschehen mit der Vielzahl bewährter Bildungsträger und Schulen in der Region und darüber hinaus. Angesichts der gegenwärtigen globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen ist das Vorhandenseins eines solchen Ortes von besonders hohem Wert.

Die ehemalige Synagoge soll auch ein Ort des kulturellen Austausches werden. Dafür soll der ehemalige Betsaal als multifunktionaler Veranstaltungsraum hergerichtet werden. Weiter soll wieder eine Empore eingebaut werden.
Neben der Beherbergung der Dauerausstellung soll die alte Synagoge auch als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen. Aufgrund seiner Größe eignet sich das Gebäude besonders für kleinformatige kulturelle Veranstaltungen, es kann zu einer intensiven und verdichteten Atmosphäre bei Lesungen, Kleinkunst oder Kammermusik kommen. Für die Künstler:innen der Region soll das Haus eine erste Adresse werden. Der Multifunktionsraum eignet sich besonders für die Präsentation von Ausstellungen. Der Verein unterbreitet damit ein Angebot, was es so in der Region noch nicht gibt.

Bei der alten Synagoge handelt es sich um ein bedeutendes Kulturdenkmal für Bad Laasphe und die Region. Es gehört zu den wenigen Synagogengebäuden in Westfalen-Lippe, die nach der Pogromnacht 1938 erhalten geblieben sind. Sie ist das einzig erhaltene Synagogengebäude im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Nach den Planungen des Freundeskreises soll das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wieder an eine Synagoge erinnern. Besonders gestaltete Rundbogenfenster mit hebräischen Schriftzeichen sollen daran erinnern, dass das Gebäude mal eine Synagoge war.

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