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Vortrag: Mahnung von Renate Hahn

Bad Laasphe. Zwei Jahre ist es her, dass Renate Hahn in der Spandauer Zitadelle ihre Performance und Installation „Mahnung“ bei einem internationalen Bilderhauer-Symposium zeigte. Im Mittelpunkt ein Möbelstück: „Seit der Entdeckung, dass der Schreibtisch, den mein Vater mit vererbt hatte, ein Wehrmachts-Schreibtisch ist, hat die Frage mich nicht losgelassen, welche Art von Beziehung mein Vater und mein Großvater zum Nationalsozialismus hatten“, so die Laaspher Künstlerin. Seit wenigen Tagen ist das geschichtsbeladene Möbelstück zurück in der Lahnstadt.

Diesmal steht es im Zentrum eines Vortrags von Renate Hahn. Darin wird die 75-Jährige über ihren Großvater berichten, Bürgermeister in Hitler-Deutschland, der bis zu seinem Lebensende unbelehrbarer Nazi blieb, und über ihren Vater, in den Nazi-Jahren zum Juristen ausgebildet, der dann nach Kriegsende zum überzeugten Demokraten wurde.

Als selbst-attestiertes Täter-Enkel-Kind zeigt Renate Hahn dabei auch nochmal ein Video von ihrem Auftritt in Spandau, das sie folgendermaßen erläutert: „Sonny Thet am Cello, der als Kambodschaner eine ähnliche Erfahrung gemacht hat wie die deportierten Menschen im Nationalsozialismus, und eine Performance mit Sprechgesang, die versucht, in der Gegenwart Bitte um Vergebung für Vergangenheit darzustellen und dadurch auch eine Mahnung für die Zukunft ist.“ Immer öfter, immer offenkundiger nimmt Renate Hahn Zeichen in der deutschen Gegenwart wahr, die sie an schlimmste Zeiten der Vergangenheit erinnern.

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Die Laaspherin Renate Hahn (links) und Danit haben dafür gesorgt, dass der alte Wehrmachts-Schreibtisch jetzt im Haus des Gastes steht. Danit war die Künstlerische Leitung bei dem Bilderhauer- Symposium 2019 in Spandau und hat das Möbelstück gerade erst wieder nach Bad Laasphe gebracht.
Vor und nach dem Vortrag hatten die Besucherinnen und Besucher im Laaspher Haus des Gastes die Möglichkeit, sich den alten Wehrmachts-Schreibtisch und -Stuhl genauer anzusehen.
Der Blick in die Verwaltungsrecht-Doktorarbeit ihres Vaters machte der Laaspher Künstlerin Renate Hahn deutlich, wie sehr man auf die Sprache, die Ausdrucksweise achten müsse.
Als Vorsitzender vom veranstaltenden Christlich-Jüdischen Freundeskreis Bad Laasphe war Rainer Becker der Künstlerin Renate Hahn für den eindrücklichen Abend dankbar, der außerdem auch noch 350 Euro für die Alte Synagoge einbrachte.

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